Bäume und Gehölze

Mein Freund…. der Baum

So gerne ich ja auch Stauden, Rosen, Gehölze und Gemüse mag….
mein Herz schlägt für Bäume. Nichts berührt mich in der Natur mehr als ein einzel stehender, markanter Baum. Frei gewachsen und den Stürmen der Zeit trotzend.
Wieviel hat er in seinem Leben schon gesehen?
Wer hat alles schon in seinem Schatten gestanden?

Gerade alte, freistehende Eichen gehören für mich zum Münsterland. Ich bin immer froh zu sehen, das sie auch auf den Feldern oft stehen bleiben dürfen. Im Winter sehen sie so markant aus und sind aus der Ferne schon zu erkennen. Sie geben der Landschaft die Struktur und vielen Tieren eine Heimat.

In solchen Momenten merke ich bei mir, das sich mein Atem verlangsamt und ich zur Ruhe komme. Leider nehme ich mir dafür viel zu selten die Zeit.

Bäume geben uns Schutz und Geborgenheit. Und das nicht nur draußen in der Natur, sondern auch bei uns zu Hause. Sie beschützen einen Eingang oder geben einem Haus das Gefühl der Geborgenheit.

Für viele Menschen, nicht nur Männer, ist es wichtig, einmal im Leben einen Baum zu pflanzen.
Etwas zu hinterlassen, was Jahrzehnte überdauert.
Ein Baum, unter dem vielleicht die Enkel oder sogar Urenkel spielen können.
Die beste Zeit eine Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.

Udo Jürgens schrieb mit 80 Jahren, kurz vor seinem Tod ein, für mich sehr berührendes, Lied.
Mein Ziel…… ist es immer ein Ziel zu haben

Wie gut wenn die Welt in Bewegung bleibt
Man muss ja nicht gleich auf den Tischen tanzen
Und ich reiß sicher auch keine Bäume mehr aus
Doch ich will und werde noch welche pflanzen

Udo Jürgens, „Mein Ziel“

Zu den Bäumen, die ich im Laufe meines Gärtnerlebens gepflanzt habe, gibt es eine besondere Beziehung. Und wie mein Vater, der auch viele Bäume in Gärten gepflanzt hat, besuche ich sie gerne. Jedes mal hoffe ich, das es ihnen gut geht und nicht irgendwer daran „rumgeschnitten“ hat.
Oft bin ich erstaunt, wie groß sie schon geworden sind und es ist ein schönes Gefühl, hier und da einen Baum in der Welt zu hinterlassen……

Ginkgo biloba, mein erster selbstgepflanzter Baum.
1984 anlässlich einer Hochzeit im Emsland gepflanzt.

Mich beeindruckt auch immer wieder, wo und wie in der Natur Bäume wachsen und mit welcher Kraft sie sich oft an ihren Standort klammern.

Sind das nicht beeindruckende Lebewesen?
Ohne sie würde in unseren Gärten, Dörfern, Städten, Parks und in der Landschaft etwas Wesentliches fehlen.
Und bei den immer mehr steigenden Temperaturen sind es die Bäume, die Kühle, Schatten und frische Luft zu uns bringen.
Nur durch sie ist es möglich die Städte im Sommer zu kühlen und erträglich zu machen.
Deshalb müssen wir uns um alle Bäume kümmern und auf sie acht geben.
Ihnen Wertschätzung entgegen bringen.
Und nicht immer nur über das Laub und den „Dreck“ schimpfen.

uralte Platane in Dresden

Als Schlusswort nochmal ein Lied von Udo Jürgens. Es ist immer noch hochaktuell und er spricht mir dabei aus der Seele…..

Mein Baum
Du hast mir Halt gegeben von Kindesbeinen an.
Du bleibst für mich am Leben, solang‘ ich träumen kann.
Ich lag in deinem Schatten und blickte zu dir auf
Und ließ den nimmersatten Gefühlen freien Lauf.

Ich bin zu dir gegangen, bevor ich Abschied nahm
Und habe dich umfangen – und wenn ich wiederkam,
Bin ich zuerst zu dir gerannt, hab‘ dich umarmt und Freund genannt –
Die andern Freunde zählten für mich kaum,
MEIN BAUM

Ich konnte zu dir kommen mit jedem Weh und Ach.
Du hast mich aufgenommen unter deinem grünen Dach.
Und wenn ich weinen wollte hast du mir zugehört,
Als ich zur Schule sollte, hast du dich mitempört.

Ich fühlte mich am besten in deinem Laub versteckt;
Ich war in deinen Ästen ein Luftschloßarchitekt.
Hab drin mein erstes Haus gebaut und auf die Welt hinabgeschaut,
Aus einem nur von mir bewohntem Raum,
MEIN BAUM

Einst sang in deinen Zweigen der Wind in Moll und Dur.
Nun bringt man sie zum Schweigen, die Stimme der Natur.
Der Fortschritt hat dich umgelegt, der Sturm der Zeit dich weggefegt
Und ich umarme dich nur noch im Traum,
MEIN BAUM
MEIN BAUM
MEIN BAUM

Udo Jürgen 1984

Auch in den nächsten Beiträgen wird es um Bäume gehen. Vom artgerechtem Baumschnitt bis zu Klimabäumen.
Seit ihr dabei?

5 Comments

  • jahreszeitenbriefe

    Da sprichst du mir aus der Seele… Und das war jetzt Anlass über Insta hinaus auch deinen Blog zu abonnieren… Vielleicht ist das auch was für dich: nach Rebekka und mir betreut nun seit einer Weile schon Astrid eine schon seit Jahren bestehende monatliche Reihe „Mein Freund, der Baum“. Jeden letzten Sonntag im Monat erscheint ein Baum-Post, und dann hat jede*r die Möglichkeit dort vier Wochen lang Bäume und Baumlieben zu verlinken. Eine wunderbare Sammlung ganz unterschiedlicher Inhalte und Aspekte wächst und gedeiht dort, und die damit verbundene Hoffnung ist wie deine…, dass die Reihe mit ihrer Reichweite für Bäume und Baumlieben sensibilisiert… Hier der Link zum aktuellen Beitrag: https://lemondedekitchi.blogspot.com/2019/12/mein-freund-der-baum-turkische-zeder.html . Garten wie Haus – ohne Bäume für mich unvorstellbar… Liebe Grüße und ich freue mich sehr auf neue Baumposts hier – Ghislana

    • Barbara

      Hallo Ghislana,
      es freut mich, das dir mein Beitrag gefällt und das du meinen Blog folgst. Danke für den Link…. bin ihm sofort gefolgt. Eine tolle Idee. Vor allem das verlinken. Jetzt muss ich nur noch rausbekommen wie das geht.
      Bäume sind etwas wunderbares und schützenswert. Deshalb wird es im nächsten Blogbeitrag um Baumschnitt gehen und was passiert, wenn er nicht fachgerecht ausgeführt wird. Denn das geht ja jetzt wieder los. Und wenn ich dann den Satz höre: „der wächst doch wieder“,
      gehen mir alle Nackenhaare hoch.
      Liebe Grüße
      Barbara

  • Hitz Susanne

    Hallo Barbara
    ich bin vorhin in Alte Bäume auf Deinen Blog aufmerksam geworden und mich postwendend dahin bewegt.
    Uns verbindet die tiefe Liebe zu den wundervollen Wesen – Eichen ziehen mich magisch in ihren Bann… warum? Ich weiss es nicht, es ist einfach so. Noch vieles könnt ich schreiben, doch ist’s wieder spät geworden
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Susanne ‍♀️

    • Barbara

      Hallo Susanne,
      ich weiß auch nicht, was genau das magische an Eichen ist. Mich berühren alle alten Bäume, vom Ahorn bis zur Weide. Aber die Eiche hat irgendwas an sich was besonders ist.
      Es hat für mich auch mit Ehrfurcht zu tun.
      Liebe Grüße
      Barbara

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