Gärtnern,  Gemüsegarten

Do it yourself Gewächshaus

Ohne Gewächshaus geht es gar nicht bei uns. Da die bezahlbaren Glasgewächshäuser aber viel zu klein und zu niedrig sind, haben wir unsere immer selbst gebaut.
Die ersten beiden waren ganz simpel aus Baumpfählen und Dachlatten. Die Pfähle wurden fest in den Boden geschlagen. Verbunden wurden sie ebenfalls mit Baumpfählen, die Spitze wurde abgesägt. Das Dach bestand aus Dachlatten. Als Bedachung haben wir uns spezielle Gewächshausfolie aus dem Profianbau besorgt.

Unser altes Gewächshaus 1994 – 2009

Auch wenn viele bei dem Bild denken…..ist das groß! Für unsere fünfköpfige Familie war es noch zu klein. Unser Ziel war die Selbstversorgung mit Sommergemüse. Aber in jedem Frühjahr kollidierten die Tomaten mit den Kohlrabi. Zudem mussten wir die Tomaten alle jedes zweite Jahr in dasselbe Beet pflanzen. Das ging nicht lange gut. Der Boden wurde müde, weil er sich nicht erholen konnte. Die Tomaten wuchsen nicht mehr zufriedenstellend.


Unser Traum war ein großes Glasgewächshaus aus dem Produktionsgartenbau. Und wir hätten eins in einer alten Gärtnerei abbauen können…..
Leider machte uns die Baubehörde einen Strich durch unsere Rechnung – es wurde nicht genehmigt.
Für einen größeren Holzbau mit Folie gab es dann die Baugenehmigung.

So sah es im Rohbau aus. 8,50 Meter lang, 5 Meter breit und 3,70 Meter hoch, mit einer Stehwandhöhe von 2 Meter. Diesmal mit Vierkanthölzern 6x6cm als Träger auf Punktfundamenten und 4×4 cm Latten für das Dach. An der linken Seite wurde die Konstruktion zusätzlich am Schuppen befestigt. Große Klappfenster an den Stirnseiten, 2 Türen und der sehr hohe First sorgen für ein gutes Raumklima. Dadurch kommt es nicht zu so großen Temperaturschwankungen, wie in den kleinen Glashäusern. Bespannt ist das Haus mit Gewächshausfolie aus Polyäthylen. Deren Haltbarkeit liegt bei ca. 6 Jahren. Die Unterkanten sind in den Boden eingegraben…. alles möglichst faltenfrei. Außen sind auf der Folie dünne Latten angebracht, die das Schlagen der Folie verhindern.
Schnee und Hagel hat die Folie durch das steile Dach bisher immer gut verkraftet.

Innen gibt es 6 Beete mit Wegen aus alten Kantensteinen. So können wir immer wechseln und die Erde kann auch mal ruhen.
Im Winter wachsen dort Feldsalat und Portulak. Sobald es nur ein bisschen warm wird, geht es weiter mit Radieschen, Steckzwiebeln, Salat, Stielmus und Kohlrabi.
Und gerade das Stielmus und die Kohlrabi sind eine Delikatesse. Beides ist so zart – das zergeht auf der Zunge! Die Kohlrabi schaffen es in der Regel nicht bis in den Kochtopf. Frisch schmecken sie einfach am besten.

Das erste Anbaujahr 2009, noch etwas provisorisch ohne feste Wege.
Ein Jahr später dann mit Wegen

Jeder, der einen Gemüsegarten hat weiß, dass er ständige Zuwendung braucht. Tomaten, Gurken und insbesondere Paprika nehmen es einem sehr übel, wenn sie nicht gleichmäßig mit Wasser versorgt werden. Deshalb ist die Bewässerung teilautomatisiert. Die ganze Technik ist dabei aus dem Baumarkt.
Jedes Beet ist mit Tropfschläuchen ausgestattet und einzeln zu steuern. Über die Zeitschaltuhr regelt sich dann die Dauer.
Alles ist einfach zu bedienen, so dass wir auch wegfahren und dann die Bewässerung den Nachbarn überlassen können.

Tomaten und Gurken werden an Strohbändern hochgezogen. Die Paprika mit Gabionengittern gestützt. Das praktische dabei ist, dass wir zum Ernten durch die Gitter greifen können.

Werden die Tomaten länger, werden die Schnüre verlängert, so dass die unteren Früchte im Stroh auf der Erde liegen.

Viele fragen uns, ob wir das Gemüse verkaufen. Nein, das tun wir nicht. Wir sind im Sommer Selbstversorger und auch wenn wir mittlerweile nur noch zu zweit sind, kommen wir gut „gegen das Gemüse an“.
Und wenn es doch mal eine Tomatenschwemme gibt, kennen wir liebe Menschen, die sich über frisches Gemüse sehr freuen.

Wir genießen es, mit dem leeren Gemüsekorb in das Gewächshaus zu gehen, zu ernten um dann spontan zu entscheiden, was wir daraus zubereiten. Das bedeutet für uns Lebensqualität und Genuss.
Und die Kosten von etwas mehr als 1000 €, die das Gewächshaus uns im Jahr 2009 gekostet hat, haben wir bestimmt schon raus bekommen.

Mittlerweile steht unser Gewächshaus im 11. Jahr. Und wir können ein Fazit ziehen……. im nächsten Beitrag.

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