Leseecke

Friede den Maulwürfen – ein Buch über Bösewichte und Plagen

Wer kennt sie nicht von uns?
Die Arten im Garten, die uns stören und zur Hochform auflaufen lassen…..

  • flauschige Kaninchen, die sich auf die neuen Stauden stürzen
  • hungrige Nacktschnecken, die über unseren Salat herfallen
  • wühlende Gartenrabauken und Vandalen
  • wehrhafte Disteln und wuchernder Giersch
  • oder anderes ungeliebtes Grünzeug

Und wer von uns hat da nicht schonmal an ausrotten, vernichten und bekämpfen gedacht?
Ich habe diese Gedanken durchaus….. bei Schnecken, Ratten, Wühlmäusen und Kaninchen. Mir war allerdings nicht bewusst, das ich so militant dabei bin.
Ich will doch im Einklang mit der Natur leben und Biodiversität fördern….
Gehört da nicht alle Lebende dazu?
Na ja, aber im Gemüsegarten will ich selber ernten und meine Stauden sollen wachsen dürfen.….

Sigrid Tinz geht in ihrem Buch andere Wege. Sie ist Geoökologin, freie Journalistin, Autorin und Referentin für Umwelt-, Natur- und Gartenthemen und Mutter von vier Kindern.
In ihrem Buch „Friede den Maulwürfen“ plädiert sie für ein friedliches Gärtnern in einer entmilitarisierten Zone.
Geht das?
Es ist kein einfacher Weg, aber wenn wir ihn gehen haben, wir sicher mehr Frieden und gehen entspannter mit den Bösewichten im Garten um.

Die Autorin lässt die Tiere und Pflanzen dabei selber zu Wort kommen. Das hört sich für mich erstmal etwas befremdlich an, wie bei einem Buch für Kinder.
Beim Lesen wird aber schnell klar, das dem nicht so ist. Es liest sich sehr amüsant und dazu gibt es interessante Informationen über den jeweiligen Bösewicht.
Denn je mehr ich über jemanden weiß, umso eher kann ich reagieren oder ihn akzeptieren.

Was kann das Kaninchen dafür, das unser Garten für ihn ein Feinkostladen ist?
Oder der Giersch, das er eine Pionierpflanze ist und seine Aufgabe ist den Boden schnell zu bedecken?

Jedes Tier hat einen Nutzen in der Natur, z.B. die Schnecke als Futter für die Vögel und Igel. Und die mögen wir ja gerne im Garten.
Der Blickwinkel macht es auch, wie wir mit den Plagegeisteren umgehen.
Ärgern wir uns schwarz oder entwickeln wir mehr Gelassenheit?
Sigrid Tinz hält uns auch ein wenig den Spiegel vor. Und öfters fühlte ich mich auch ertappt.
Mir ist auch aufgefallen, das meine eigene Akzeptanz auch sehr unterschiedlich ist. Distel und Brennnessel habe ich gerne im Garten.
Ackerschachtelhalm finde ich als Pflanze sehr spannend, aber bitte nicht in unserem Garten.
Und Wildschweine, Eichenprozessionspinner, Waschbären, Zecken…… bitte weit weg bleiben.
Aber es lohnt sich mal über alles nachzudenken und sich selber zu reflektieren

Der Drang, immer alles im Blick und alles im Griff haben zu müssen, und auch die Angst, die Kontrolle zu verliere, sind anstrengend. Generell braucht es aber Mut, die alten Glaubenssätze vom Kontrollieren und Eindämmen, Vernichten und Regulieren zu verabschieden. Wer es trotzdem wagt, wird reich belohnt.

Sigrid Tinz

Zeitsprung

Mit diesen Beitrag habe ich vor einigen Wochen angefangen. Zu einer Zeit als Corona noch weit weg war. Dann hat mich die Entwicklung überrollt, wie bestimmt viele von euch auch.
Jetzt, beim erneuten Durchlesen, sehe ich einiges noch aus anderen Blickwinkeln.
Gerade das Zitat von Sigrid Tinz berührt in mir andere Seiten als noch vor drei Wochen.
Da könnte ich jetzt noch eine Weile drüber schreiben…. aber vielleicht lasse ich euch erstmal alleine nachdenken.
Kommt gesund durch die kommende Zeit.

Friede den Maulwürfen
ISBN 978-3-89566-393-2 16 €
Pala-Verlag, Darmstadt

Dieser Beitrag enthält Werbung. Das Buch ist mir freundlicherweise vom Pala-Verlag zur Verfügung gestellt worden.

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