Gartenportrait,  Unterwegs

Gartentour der Staudenfreunde Münsterland Teil 1

Wie in jedem Jahr sind wir, die Staudenfreunde Münsterland, auf einer Tagesfahrt zu spannenden Gärten unterwegs gewesen.
Diesmal ging es ins westliche Münsterland.
In diesem Jahr hatte ich die Reiseleitung und Planung der Tagesfahrt. Bei uns im Leitungsteam wechselt das in jedem Jahr, je nachdem wer gerade eine Idee und die passende Zeit hat.

Wer schon mal so eine Gartenreise mit gemacht hat, weiß das es dabei etwas ganz Wichtiges gibt ……. Beute machen!!

Nichts erfreut uns Gartensüchtige mehr, als glücklich mit einer Kiste neuer Pflanzen zum geplagten Busfahrer zurück zu kehren.
Der hat dann immer das Problem die vielen Tüten und Kisten sicher im Bauch des Busses zu verstauen.

Und jeder von uns kennt dann auch das Gefühl, wie es ist, am nächsten Tag mit der vollen Kiste in den Händen, mitten im Garten zu stehen:

„Wo kann ich denn jetzt die Pflanzen noch hin setzten?“

Wir wissen es alle. Doch auch das leise, ständige Aufsagen:
Ich habe keinen Platz mehr, ich habe keinen Platz mehr, ich ha….
hilft nicht! Never!!

Und unsere erste Station war die

Staudengärtnerei Stade in Borken – Marbeck

Da waren dann alle guten Vorsätze vorbei.

Andre Stade leitet die Gärtnerei in der 3.Generation. Sein Großvater hat sie 1950 gegründet.
Und bei ihm hat mein Vater damals seine ersten Stauden gekauft. Nachdem meine Mutter ihn davon überzeugen konnte, das Stauden kein Unkraut ist. Als eingefleischter Baumschuler bestand für ihn damals ein Garten in erster Linie aus Koniferen, Rosen und einigen Gehölzen. Stauden spielten in den 70er Jahren noch keine große Rolle. Das ist heute ja glücklicherweise ganz anders.

Bei Stauden Stade werden die meisten Stauden mittlerweile Europaweit über das Online Shop verschickt. Ohne das Internet geht es auch hier nicht mehr. Das erfordert eine ausgeklügelte Logistik und viel Büroarbeit. Die Webseite muss ständig aktuell und informativ aufgebaut sein.

Aber das meiste ist immer noch Handarbeit. Angefangen von der vielfältigen Vermehrung der Stauden, über die Kultur bis hin zur Kommissionierung der Bestellungen. Das ist Fachkenntnis sehr wichtig.

Im Mai ist auch nicht die beste Zeit eine Staudengärtnerei zu besuchen.
Das wäre der September. Dann sind alle Beet voll, vieles in Blüte, die Gräser springen plötzlich in die Kisten….
Ein Farbenrausch, der das Gärtnerherz höher schlagen lässt.

Volle Beete im September vor 3 Jahren

In diesem Jahr war die Saison sehr heftig. Viele Sorten sind komplett ausverkauft, was Andre Stade natürlich freut, aber Gartenbesitzer aus kälteren Ecken haben dann das Nachsehen. Sie bekommen dann leider nicht mehr alles was sie sich wünschen.

Trotz der leeren Beete sind wir mit viel Beute zum Bus gegangen !!

Wer mehr über Stauden Stade lesen möchte:http://www.stauden-stade.de

Von da aus fuhren wir zum

Garten von Susanne Paus und Peter Zweil in Bocholt


Ein verwunschener Garten, mit Hühnern, verschiedenen Gartenräumen, voller Stauden und, gerade jetzt voll in Blüte, Allium in allen Ecken.

Mittlerweile ist der Garten auf 1800 qm angewachsen. Das Kernstück liegt, wie ein schmales Handtuch, direkt hinter dem Haus aus dem Jahre 1950.
Vor einigen Jahren bekamen sie die Chance noch 2 kleinere Grundstücke quer zum hinteren Gartenteil dazu zu pachten.
Wer hätte da nicht zugegriffen?
Deshalb konnten wir uns jetzt auf die schöne Bank in der Alliumwiese setzten und dem entspannten Gegacker der Hühner zuhören.
Vielleicht hat der ein oder andere auch das Gras wachsen gehört.….

Liebevolle Details aus dem Garten

Das Haus hat zum Garten eine Holzveranda, die mich ein wenig an „Vom Winde verweht“ erinnert. Ein Ort, an dem sich viele von uns gerne niedergelassen haben, bei Kaffee und Keksen.
Davor ist ein kleiner, formaler Garten entstanden. Mit einem Weg aus alten, gebrauchten Steinen und einer Trockenheit liebenden Bepflanzung. Der hintere Garten ist abgegrenzt durch eine Fagushecke (Rotbuche).
Wie es da wohl weitergeht?

Es wird verwunschen….. mit einem Teich, Wassergeplätscher, blühende Stauden und den ersten, blühenden Wildrosen.
Am Teich ein selbstgebautes Gartenhaus, das einem Astrid Lindgren Buch entsprungen ist. Und viele Euphorbien in voller Blüte.

Es lohnt sich diesen Garten zu verschiedenen Jahreszeiten zu besuchen. Es wird immer etwas Neues zu entdecken geben. Wir konnten spüren, das hier zwei Menschen mit Leidenschaft gärtnern und ihre Begeisterung gerne mit anderen teilen…..

So kann ein einladender Vorgarten auch aussehen…..

…..und dazu ist die Offene Gartenpforte immer eine gute Gelegenheit.

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One Comment

  • Sigrun

    Wunderbar, dass dieser schöne Garten für Besucher geöffnet wird. Da kann man sich ja herrlich inspirieren lassen.
    Das mit der Pflanzen-Kiste im Auo kenne ich natürlich auch….musste echt lachen bei deiner Beschreibung, wie der Busfahrer damit zurecht kommen muss…;-)
    LG Sigrun

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